Friesentracht und Friesenschmuck auf Amrum

Die Amrumer Friesentracht wird erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, sie stammt in ihren Ursprüngen von der spanischen Hoftracht ab. In den vergangen 150 Jahren hat sich die Tracht kaum verändert. Auf Amrum wird heute fast ausschließlich die Sonntagstracht und die Festtagstracht in den Farben schwarz und weiß getragen. Ein männliches Pendant zur Frauentracht fehlt auf Amrum. Die heute noch getragene Festtagstracht entwickelte sich vor etwa 100 Jahren aus den früheren Trachten heraus. Eine Tracht hat einen Wert von rund 5.000 Euro. Sie wird in der Regel in der Familie vererbt, kann aber auch heute noch neu angefertigt werden.

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Friesentracht der Amrumer Trachtengruppe bei einer Aufführung in Norddorf

Bis in das 20. Jahrhundert trugen die Frauen vornehmlich schwarze Schürzen zu ihrer Tracht. Um die Jahrhundertwende setzten sich dann weiße Schürzen durch. Die Friesentracht wird auf Amrum an hohen Feiertagen getragen. Das Anlegen der Tracht dauert mehrere Stunden; insbesondere das Anlegen der Haube und/oder des Kopftuchs sowie das Feststecken der Haare mit Haarklammern sind sehr zeitaufwändig. Mindestens eine zweite Person muss beim Anlegen der Tracht helfen.

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Die Friesentracht für jungen Mädchen hat nur vier Knöpfe als Brustschmuck

Die Tracht für jungen Mädchen unterscheidet sich nicht wesentlich von der für weibliche Jugendliche und Frauen. Der Umfang des Schmucks ist lediglich reduziert, es werden vier Knöpfe als Brustschmuck getragen. Die Friesentracht darf von den heranwachsenden Mädchen erstmals am Tag der Konfirmation getragen werden. Andere Anlässe zum Tragen der Tracht sind hohe kirchliche Feiertage, die Teilnahme an Hochzeiten und touristische Veranstaltungen.

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Der Brustschmuck aus Silber mit den Symbole für Glaube, Liebe und Hoffnung

Friesenschmuck ist wichtiger Bestandteil der Friesentracht auf Amrum. Der filigrane Brustschmuck wird aus Silber hergestellt. Er besteht auf Amrum aus meist acht Knöpfen sowie einer mehrgliedrigen Panzerkette mit dem Kreuz als Symbol für "Glaube", das Herz als Symbol für "Liebe" und der Anker als Symbol für "Hoffnung".

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Die charakteristischen silbernen Knöpfe des Friesenschmucks.

Zwei weitere Knöpfe werden an den Ärmel angenäht. Ein Schließe aus Silber hält hinten die Schürze zusammen. Der Silberschmuck wurde durch Seefahrer aus Portugal eingeführt und wird auch heute noch traditionell aufwendig in Handarbeit gefertigt.

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Friesenschmuck an den Ärmeln der Friesentracht

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Die Leiterin der Trachtengruppe Amrum Marret Dethlefsen erklärt die Friesentracht der Trachtengruppe Amrum (2009) und den Unterschied zwischen Festtagstracht und Hochzeitstracht.

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Stand der Bearbeitung: 20. Oktober 2018